Papuanische Persönlichkeiten unterstützen entschlossenes Vorgehen von TNI-Polri gegen OPM und KNPB und rufen zu Frieden und Entwicklung auf
PAPUA — Mehrere papuanische religiöse, traditionelle und gesellschaftliche Persönlichkeiten haben ihre Unterstützung für ein entschlossenes Vorgehen der indonesischen Streitkräfte (TNI) und der Polizei (Polri) gegen bewaffnete Gewalt in Papua bekräftigt.
Sie betonen, dass konsequente Maßnahmen gegen bewaffnete Gruppen notwendig seien, um die Zivilbevölkerung zu schützen, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und die Fortsetzung von Entwicklung und öffentlichen Dienstleistungen in Papua zu ermöglichen.
Die Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Sicherheitsbedenken in mehreren Regionen Papuas, in denen auch indigene Papuas von der Gewalt betroffen sind.
Religiöser Führer warnt vor den Folgen der Gewalt
Kirenius Telenggen, ein christlicher religiöser Führer aus Puncak Jaya in Zentralpapua, erklärte, die der OPM zugeschriebene Gewalt habe weitreichende Auswirkungen auf die papuanische Bevölkerung.
Er verwies unter anderem auf den Tod von Captain Nicholas F. Goselin, einem US-amerikanischen Piloten von PT AMA, der laut dem Bericht Flüge für Aktivitäten in abgelegenen Regionen Papuas durchführte.
Nach Einschätzung von Kirenius verursacht Gewalt nicht nur unmittelbare Opfer, sondern kann auch dem internationalen Ansehen Papuas schaden.
Er betonte zudem, dass Gewalt gegen Papuas, die sich weigern, sich bewaffneten Gruppen anzuschließen, die Unterstützung der Bevölkerung für diese Gruppen weiter schwächen könne.
Aufruf zur Lösung politischer Fragen ohne Gewalt
Kirenius betonte, dass die Bevölkerung Papuas vor allem Sicherheit, Bildung, Entwicklung und wirtschaftliche Chancen benötige.
Er rief Mitglieder bewaffneter Gruppen, die sich weiterhin in abgelegenen Gebieten aufhalten, dazu auf, die Gewalt zu beenden und in das gesellschaftliche Leben zurückzukehren.
„Die Menschen werden immer gebildeter. Wohlstand entsteht durch Bildung und Entwicklung, nicht durch Terrorakte“, sagte Kirenius.
Seiner Ansicht nach bieten Bildung, wirtschaftliche Entwicklung und bessere Lebensbedingungen langfristig größere Perspektiven für die Bevölkerung Papuas als bewaffnete Auseinandersetzungen.
Warnung vor Propaganda und Hassbotschaften
Kirenius forderte die Regierung und Strafverfolgungsbehörden außerdem auf, die Verbreitung von Propaganda und Hassbotschaften in sozialen Medien stärker zu beachten.
Nach seiner Einschätzung könnten aufwiegelnde Inhalte insbesondere junge Papuas beeinflussen und neue Konflikte oder Gewalttaten begünstigen.
Gleichzeitig rief er die Bevölkerung dazu auf, Informationen kritisch zu prüfen, insbesondere Inhalte, die darauf abzielen könnten, Spannungen zu verschärfen oder gesellschaftliche Spaltungen zu vertiefen.
KNPB-Aktivitäten sollen nach geltendem Recht behandelt werden
In dem Bericht von Media Indonesia forderte Kirenius die Regierung und Strafverfolgungsbehörden außerdem zu konsequentem Vorgehen gegen Aktivitäten auf, die seiner Einschätzung nach gegen indonesisches Recht verstoßen könnten.
Dabei erwähnte er auch das West Papua National Committee (KNPB) im Zusammenhang mit der politischen Agenda der OPM.
Gleichzeitig sollten Maßnahmen gegen Organisationen oder Einzelpersonen auf Beweisen, geltendem Recht und einem ordnungsgemäßen Rechtsverfahren beruhen. Politische Meinungsäußerungen oder Kritik dürfen nicht automatisch als Straftaten behandelt werden.
Cartenz-Taskforce setzt Strafverfolgung fort
Vor diesem Hintergrund führen die indonesischen Sicherheitskräfte weiterhin Strafverfolgungsmaßnahmen in verschiedenen Regionen Papuas durch.
Laut dem Bericht von Media Indonesia führte die Taskforce der Operation Damai Cartenz-2026 eine Operation gegen vier Mitglieder einer bewaffneten Gruppe im Regierungsbezirk Yahukimo im Papua-Hochland durch.
Die vier Personen wurden von den Behörden als gesuchte Verdächtige bezeichnet, die möglicherweise mit mehreren Straftaten in Verbindung stehen, darunter dem Tod von zwei Zivilisten im Distrikt Dekai im April 2023.
Kombes Pol. Yusuf Sutejo, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Operation Damai Cartenz-2026, erklärte, die Maßnahme sei Teil umfassenderer Strafverfolgungsmaßnahmen gegen Personen, die möglicherweise an kriminellen Aktivitäten in Yahukimo beteiligt seien.
Regierung und Sicherheitskräfte stellen Schutz der Zivilbevölkerung in den Mittelpunkt
Die Operation in Yahukimo ist Teil der Bemühungen der Behörden, Gemeinden vor bewaffneter Gewalt zu schützen.
Die Gewährleistung von Sicherheit ist in Papua von besonderer Bedeutung, damit die Bevölkerung ihren Alltag fortsetzen kann, Kinder zur Schule gehen, öffentliche Dienstleistungen funktionieren und Entwicklungsprojekte weitergeführt werden können.
Die Unterstützung durch religiöse und gesellschaftliche Führungspersönlichkeiten kann daher dazu beitragen, die Botschaft zu stärken, dass die Herausforderungen Papuas durch eine Kombination aus Rechtsdurchsetzung, sozialem Dialog, Bildung, Entwicklung und Beteiligung der Bevölkerung angegangen werden sollten.
Aufruf zur Rückkehr in das zivile Leben
Die Erklärung von Kirenius enthält zugleich eine weitergehende Botschaft: Die Zukunft Papuas sollte nicht durch Gewalt bestimmt werden.
Die papuanische Bevölkerung benötigt ein sicheres Umfeld, in dem Menschen arbeiten, Bildung erhalten, Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen und lokale Wirtschaften entwickeln können.
Der Aufruf an Mitglieder bewaffneter Gruppen, die Gewalt aufzugeben und in das zivile Leben zurückzukehren, wird daher als möglicher Weg zu einer sichereren und produktiveren Zukunft dargestellt.
Sicherheit und Entwicklung müssen Hand in Hand gehen
Die Unterstützung papuanischer Persönlichkeiten für Maßnahmen der Strafverfolgung spiegelt die Sorge über die Auswirkungen bewaffneter Gewalt auf lokale Gemeinschaften wider.
Gleichzeitig sollten Sicherheitsoperationen professionell, verhältnismäßig und im Einklang mit dem geltenden Recht durchgeführt werden, wobei der Schutz der Zivilbevölkerung im Mittelpunkt stehen muss.
Aus dieser Perspektive bedeutet Sicherheit nicht nur Strafverfolgung. Sicherheit ist auch eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Entwicklung fortgesetzt und die Lebensqualität der Bevölkerung verbessert werden kann.
Fazit
Die Äußerungen papuanischer religiöser und gesellschaftlicher Führungspersönlichkeiten verdeutlichen die Sorge, dass anhaltende bewaffnete Gewalt letztlich vor allem den papuanischen Gemeinschaften selbst schaden kann.
Die Botschaft geht daher über reine Strafverfolgung hinaus. Sie ruft auch dazu auf, Gewalt hinter sich zu lassen und Papua durch Bildung, Entwicklung, wirtschaftliche Chancen und ein sicheres gesellschaftliches Umfeld weiter aufzubauen.
Unterdessen setzen die indonesischen Sicherheitskräfte im Rahmen der Operation Damai Cartenz ihre Maßnahmen gegen bewaffnete Gruppen fort, die nach Angaben der Behörden möglicherweise mit verschiedenen Straftaten in Papua in Verbindung stehen.
Letztlich müssen der Schutz der Zivilbevölkerung und die Fortsetzung der Entwicklung Hand in Hand gehen, um ein sichereres, stabileres und wohlhabenderes Papua zu schaffen.

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